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Text: © Maximillion Fox

Foto: Archiv

 

DER GOLDESEL MENSCH

DER GOLDESEL MENSCH

In früheren Tagen galt Beruf und Arbeit als Ernährer, als Muss, um zu überleben. Das war schon immer so, doch hat sich die Begrifflichkeit im Laufe der Zeit sehr verändert.

Früher machte man das, was sein Vater gemacht hat, da man eben dort hineingewachsen ist oder erlernte ein Handwerk, das einem lag – es war die Zeit des goldenen Handwerks. Doch die Menschen wollten mehr, größer und schneller produzieren, also erfand man Maschinen – die Industrialisierung wurde eingeläutet, und Handwerker wurden zu Arbeitern und Investoren wurden zu Chefs. Mit dieser Entwicklung begann der Kapitalismus, die Bosse versuchten soviel Gewinn wie möglich aus den zu Verfügung stehenden Maschinen und Arbeitskräften herauszupressen, um zu expandieren und ihren eigenen Reichtum zu fördern. Daran konnte auch die Arbeiterbewegung nichts ändern, die Entwicklung im Höchstfall verlangsamen.

Mittlerweile sind wir in einem neoliberalen Turbokapitalismus angelangt, wo der Mensch nicht zählt, jederzeit ersetzbar ist und zugunsten der Gewinnoptimierung nahezu rechtlos. Konzerne und Lobbyismus haben das Sagen und die Politik ist Vollzugsorgan der Interessen dieser Gruppen. Beruf und die darin verrichtete Arbeit kann vielerorts nicht mehr die Lebensunterhaltungskosten decken, der kurzfristige Ausweg sind Schulden und Abhängigkeit von jenen, die eigentlich diese Misere verursachen – wohl auch ein Kalkül. Und nun?

Ich würde sagen, es ist die Zeit gekommen, von alten Wertvorstellungen Abschied zu nehmen. Das erarbeitete Geld reicht oft nicht mehr für ein Leben, das uns in diesem System vorgeschlagen, geboten und abverlangt wird. Es ist an der Zeit seine Bedürfnisse zu überdenken und seine eigenen Ansprüche zu prüfen und nicht den Bedürfnissen des Marktes hinterherzurennen – das kann nicht gut gehen.

Als Beispiel: Ist es wirklich nötig drei mal im Jahr teuer zu Urlauben, als Belohnung für die Schufterei quasi oder weil es eben Liesl Müller auch so macht. Tut es nicht auch Balkonien mit Freunden und der Neusiedlersee? Wer redet uns das ein, dass wir in die Karibik müssen?

Es geht also um die Ansprüche die wir haben, davon wird unsere Zufriedenheit abhängen, denn ob es der Tourismusbranche gut geht oder nicht ist nicht unser Bier. Unsere Aufgabe ist es, dass es uns gut geht und wir zufrieden sind – jeder für sich und in der Folge alle gemeinsam – zugegeben eine Utopie betrachtet man den IST-Zustand, aber ein Modellvorschlag.

Ganz ähnlich verhält es sich mit unserer Berufswahl. Macht es wirklich Sinn, einen Beruf zu wählen der viel Geld abwirft, aber eigentlich unnötig bzw. ausschließlich systemerhaltend ist – ein Beruf also, der seine Berechtigung nur in der Administration des Neoliberalismus findet. Oder ist es nicht zufriedenstellender, etwas zu tun, das möglicherweise nicht das Bankkonto sprengt, aber dafür Spaß, Interesse und freie Zeiteinteilung ermöglicht? Auch die Arbeitszeit von 40 Stunden und mehr in der Woche ist dabei unbedingt zu hinterfragen. Denn macht es Sinn ¾ der Zeit des Tages in „Arbeit“ zu investieren und dann Geld auszugeben, um die Bedürfnisse des täglichen Lebens und der Familie abdecken zu können in der verbleibenden Zeit? Ist dies nicht ein Teufelskreis? Macht es Sinn, zum Beispiel, dass unsere Kinder von wildfremden Menschen um teures Geld erzogen werden müssen, und dies schon von klein auf, nur weil wir keine Zeit dazu haben? Wozu haben wir dann Kinder? Oder macht es wirklich Sinn uns Fast Food um teures Geld mit zweifelhaftem Nährwert in uns zu stopfen, weil wir keine Zeit mehr zum Kochen finden?

Es liegt also an jedem Einzelnen von uns seinen Bedarf abzuwägen und dementsprechend seine Arbeitszeit und seinen Beruf zu wählen. Wir sollten uns Fragen was ist uns wichtig im Leben und wie viel Zeit muss ich in Arbeit investieren, um dies gut bewerkstelligen zu können. Es gibt viele Beispiele in fast allen Lebensbereichen, wo diese Formel zur Anwendung kommen kann und auch sollte, und mit der Zeit werden die Meisten erkennen, dass sie sich für ein krankes System zu Tode gearbeitet haben, dass ihnen nicht nur Zeit, Lebensfreude und die wichtigen Dinge im Leben stiehlt, sondern obendrein auch unser aller Bedürfnisse manipuliert hat und uns zu Sklaven des Geldes macht.

Es ist also unsere Entscheidung, ob wir das zulassen wollen auf Kosten unserer Lebensfreude, Zufriedenheit, Familie und nicht zuletzt Gesundheit. Stress ist ein Symptom eines kranken Systems, das eigentlich außer Konsum nicht viel zu bieten hat. Es bleibt unsere Entscheidung wie weit wir mitspielen … das System ist wie es ist.

© Maximillion@deinlebensassitent.com