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DER HOHE PREIS UNSERES GESELLSCHAFTSSYSTEMS

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Der Investment Punk Gerald Hörhan wies auf einen Artikel der Presse Online Edition hin. Dies bewegte mich dazu, die andere Seite der Medaille einmal zu beleuchten. Unter der Headline: „35 Jahre alt! Zu alt für den Arbeitsmarkt?“

http://investmentpunk.com/blog/35-jahre-alt-und-zu-alt-fuer-den-arbeitsmarkt/   

…hier werden die Vorteile der unter 35 jährigen angepriesen, die das neue Gesellschaftssystem prägen und tragen. Der Investment Punk begründet diese Entwicklung unter anderem auch damit, dass Menschen über 35, die sich schwer tun einen neuen Job zu finden, in alten Denkmustern verhaftet und unflexibel sind. Ich schätze Herrn Hörhan sehr, weil er klug ist und die Fähigkeit besitzt die Dinge von mehreren Seiten zu beleuchten. Ich habe seine Bücher und Vorträge auch meinem Sohn empfohlen. ABER, und da liegt jetzt der eigentliche Punkt der meiner Meinung nach auch einmal nach außen getragen werden sollte. Und Nachfolgendes habe ich mir nicht aus den Fingern gezogen, sondern diese Tatsache wird anhand der fast 17.000 Telefonberatungen sichtbar, die ich im Laufe des letzten Jahrzehnts gemacht habe.

Die Menschen ab 35, vorwiegend im mittleren und oberen Management tätig, geben dies nicht öffentlich Preis, aber in Wahrheit ist ein großer Teil von ihnen ausgebrannt, seelische Wracks, unglücklich, wirklich nicht mehr zu gebrauchen und sie wollen auch nicht mehr in der Form gebraucht werden. Und warum? Sie wurden schon in ihren jungen Jahren buchstäblich „verheizt“. Vielmehr ließen sie sich verheizen, weil ihnen das der Mainstream und neoliberale Wirtschaftsgurus als erstrebenswert auferlegt haben.

Bei meiner Beratungstätigkeit habe ich gelegentlich mit Menschen zu tun, 28 Jahre aufwärts, die bereits eine vorbildliche Karriere hingelegt haben und meist in jungen Jahren schon bis zu 9.000,- Euro im Monat verdienen. Das ist alles schön und gut, und irgendwie hält man das schon aus das "ewig erreichbar sein" und in der Bar abends auch noch schnell ein geschäftliches Mail zu beantworten. Denn so ist das nun mal in der jungen, erfolgreichen, aufstrebenden Gesellschaft. Von Nichts kommt natürlich Nichts. Und wer will schon als Nichts und Versager gelten. Mit diesem Gedankengang beruhigen sich die vermeintlichen Gewinner einige Jahre. Aber dann plötzlich, aus dem Nichts stellen sich Anomalien ein: Schwindelanfälle, Angstzustände, Menschenphobie, innere Leere, Depression, Bandscheibenvorfall, Nierensteine usw.

Warum? Weil man durch dieses ewige erreichbar sein, permanent reizüberflutete, nie zur Ruhe kommende Leben immer mehr, ohne es zu merken, den Bezug zu sich selbst verliert. Man hört auf, sich selbst zu fühlen und auf seine natürlichen Bedürfnisse der Seele zu hören. Man weiß nicht einmal mehr welche Wünsche man selbst hat. Oder hat man überhaupt andere als die, die der Mainstream ohnehin vorgibt? Nun ist man von heute auf morgen mit sich selbst konfrontiert, nicht mehr im Stande zu funktionieren. Anfangs rennt man zu aller erst einmal zum Arzt. Weil man will es ja nicht wahr haben dass es einfach nur das falsche Leben ist, das man führt und einen krank gemacht hat. Antidepressiva schalten für eine Weile diverse Symptome aus und lassen den Betroffenen noch einige Zeit weiter funktionieren. Alkohol oder Pusher sind zumeist der letzte Ausweg, um der täglichen Belastung standzuhalten. Doch es verzögert nur das Elend und potenziert es, kann es aber natürlich nicht heilen. Zum Schluss ist man dann endgültig gekündigt oder Ewigkeiten krank geschrieben, weil man einfach nicht mehr zurecht kommt. Weder mit sich, noch mit seinem Berufsleben. 

Jeder Mensch braucht auch Ruhephasen in seinem Leben, denn sonst führt der Weg unweigerlich genau in diese Sackgasse.

Für Betroffene ist diese Sackgasse aber, sofern sie nicht resignieren und sich geschlagen geben, gleichzeitig auch ihre größte Chance. Zuerst wird man sich bewusst, dass man so gut wie keine realen sozialen Kontakte außerhalb des Berufslebens hat. Ebenso wird man sich bewusst, dass man vergessen hat welche Wünsche man an das Leben hat. Langsam beginnt man sich wieder zu fühlen und das wahre ICH traut sich unsicher zum Vorschein zu kommen. Zuerst mag einem das etwas unheimlich vorkommen, aber mit der Zeit wird man immer stärker, und schlussendlich hat man einen neuen Lebensplan. Und zwar einen, der genau auf einen selbst zugeschnitten ist, denn einen anderen kann man sich gar nicht mehr erlauben, da man sonst wieder in die alte Symptomatik zurück verfällt.

Menschen zwischen Mitte 30 und 50 stellen noch einmal ihr ganzes Leben auf den  Kopf und beginnen ganz von Neuem. Diese Menschen die diese Hölle durchlebt haben, sind nachher froh und würden um kein Geld der Welt mehr tauschen wollen. Leider sind es noch nicht viele die sich diesen Schritt zutraun.

Karen Duve, behandelt in ihrem Buch: „Warum die Sache schiefgeht“ auch genau dieses Thema.

http://www.zeit.de/kultur/2014-10/karen-duve-interview-buch-warum-die-sache-schiefgeht

In ihrem Interview „Chefs sind Psychopathen“ mit Zeit Online, beschreibt sie es kurz und bündig: „Unternehmen stellen keine Chefs ein, die Ideen haben, sondern welche die Gewinn bringen“, und hat zu Ihrer Feststellung, dass in Konzernen überdurchschnittlich viele Psyochpathen werken, eine neurobiologische Definition: „Das, was man im Kernspintomografen feststellen kann. Dort ist zu sehen, dass bei Psychopathen die Gehirnareale, die für Empathie, Schuldgefühle, Reue und eigene Ängste – also das Gewissen – zuständig sind, deutlich weniger aktiv sind.“

Wer also diese Voraussetzungen nicht mitbringt, ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit, egal in welcher Stufe der Hirarchie er tätig ist, Burn Out gefährdet.  Dies ist, wenn man nicht auf sich selbst achtet, die Kehrseite der Medaille. 

© sue@deinlebensassistent.com